Makrofotografie für Arme

Noch im alten Jahr wurde bei Happy Shooting das Thema Makrofotografie besprochen. Nachdem eine ziemlich Menge kostenintensive Möglichkeiten abgehandelt waren, kam der etwas krude Vorschlag, einfach ein zweites Objektiv verkehrtherum vor das Erste zu halten, und so Nahaufnahmen zu machen.

Seit Weihnachten habe ich ja zwei Obektive, neben den 18-55 mm Kitobjetiv zur Canon 400D auch das die 1,8/50mm-Festbrennweite. Also wurde heute mal der Versuch gestartet. Kitobjetiv an die Kamera, auf 55 mm gedreht und die Festbrennweite falschrum davor gehalten. Stativ stand leider keins zur Verfügung, womit sich die Frage der Fokussierung aber von selbst erledigt hatte. Das Schafstellen Scharfstellen 😉 habe ich letztlich rein visuell durch ändern des Aufnahmeabstands vorgenommen. Mit wechselnden Erfolg.

Doch genug der Worte, lasst Bilder sprechen. Zunächst erst mal der direkte Vergleich der Kontrahenten „Kit-Objetiv“ vs. „improvisiertes Makro“ in der Disziplin MacBook:
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Schon ganz nett, besonders mal zu sehen, wie pixelig so ein Laptop-Bildschirm eigentlich ist.

Ganz unproblematisch ist das ganze natürlich nicht. Besonders die Schärfentiefe ist wirklich verdammt gering. Diese Thermometer nimmt man eigentlich schon nur als Fläche wahr, gar nicht räumlich. Die Quecksilbersäule ist maximal einen Milimeter über der Skala. Für beide hat die Schärfentiefe nicht mehr ganz gereicht. Außerdem habe ich Kamera auch noch nicht ganz 90° zur Objektebene gehalten. Deshalb sind die Striche bei über 20 °C auch schon wieder unscharf. Aber nochmal, das ist aus der Hand fotografiert, und viel stabilisieren war nicht drin, schließlich musst ich auch noch das zweite Objektiv halten :-)

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Nicht fehlen darf jetzt der obligatorische Schwanzvergleich: Welchen Abbildungsmaßstab schafft diese kleine Spielerei? (Zur Info, der Sensor meiner 400D ist ein APS-C mit 22,5 mm Breite.)

Sie sehen: [inspic=285,left,fullscreen,245] [inspic=286,left,fullscreen,245]

In der linken Ecke, das Kit-Objektiv – zu allem bereit und zu nicht zu gebrauchen :-) – bringt es mit läppischen 65 mm auf eine Abbildungsmaßstab von 1:2,9, und wäre laut der Definition von Chris im Podcast auch schon Makro! Und in der rechten Ecke, das Team aus Kit und 50mm, wild zu sammengefriemelt und schwer zu bedienen, schafft aber mit 25 mm fast die 1:1,1 – und ist damit, trotz Abschattung der Ränder, Sieger nach Punkten.

Fazit: Diese Art der Makrofotografie ist erstmal echt friemelig ist und irgendwann wird sicher auch bei mir ein „echtes“ Makro in der Fototasche landen wird. Problemativ ist vor allem die sehr gering Schärfentiefe, ein Stativ könnte hier aber viel helfen. Und das Problem der Abschattung ist auch nicht zu unterschätzen. Bei 10 Megapixeln kann man die verschatteten Ränder aber auch einfach abschneiden. Darum ist das mal Makrospaß für kleines Geld. Und besser so eine Nahaufnahme gemacht als das Motiv „ziehen lassen“. Spaß macht es auf jeden Fall.Ich freu mich schon aufs Frühjahr mit all den Blüten und Krabbelkäfern.

So, und jetzt prüfe ich erstmal, ob meine Objektive verkratzt sind 😉

2 Kommentare zu “Makrofotografie für Arme

  1. Laß aber die Finger vom 100mm 2.8 Makro. Das ist echt friemelig. Ich hoffe daß es da etwas besseres gibt. So im Bereich 180mm vielleicht. Oder ein Fremdobjektiv.

  2. Den Abbildungsmaßstab kann man bei einer solchen Kombination auch leicht berechnen, er ergibt sich aus der Brennweite des ’normalen‘ Objektivs dividiert durch die Brennweite des Vorsatzobjektives, in deinem Fall also 55mm/50mm = 1,1. Die Randabschattung sollte sich durch Abblenden verringen lassen.

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