Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit x Schadensausmaß

So habe ich es mal gelernt, und daran musste ich denken, als mich Rainer Kohnen von media-bloed.de und fettisch.de bat, hier über sein kleines Problem mit den Anwälten verschiedener Media-Märkte zu schreiben. Von denen hat er, oh welche Überraschung, zwei Abmahnung wegen seine Satire auf die Mediamarkt-Werbekampagne bekommen.

Nun könnte man zunächst sagen: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“ Wen ich bisher hier über Abmahnungen berichtet habe, dann ging es stets um Fälle, wo die Betroffen mehr oder weniger unwissend in die Abmahnfalle getappt sind, wo die Abmahnung auf der Basis sehr fragwürdiger Rechtskonstrukte erfolgen oder gar unberechtigt waren. Das scheint mir hier etwas anders zu sein. Zwar könnten sich auch diese Abmahnungen als nicht haltbar erweisen, aber zumindest hat hier jemand offenbar genau gewusst, woraus auf er sich einlässt.

Und so kam ich zunächst zu dem Schluss. „Selbst schuld!“, vermutlich verstärkt durch eine gesunde Portion Opportunismus, sich mit gewissen Elektrohändlern lieber nicht anzulegen. Man sieht ja, was dabei rum kommt. Außerdem halte ich die beiden Seiten auch für ziemlich grenzwertig. Einige Sachen gehen meiner Meinung nach gar nicht, etwas die mit der Hussain-Hinrichtung. Also was solls, das hier soll ja schließlich auch kein Abmahn-Blog werden. Das gibt es ja schon.

Also nicht berichten, trotz der persönlichen Bitte des betroffenen? Nur weil mir seine Seiten nicht gefallen? Nur weil ich hier Angst um meinen eigen Arsch, bzw. meinen Kontostand habe. Und was, wenn es mich mich mal treffen sollte und diejenigen, die ich dann um Hilfe bitte, reagieren genau so? Nein, so geht das nicht. Und deshalb:

Ja, ich finde es eine Sauerei, was MM hier treibt, und damit meine ich sowohl die Werbekampagne als auch die Abmahnwelle. Erstere hat bis vor kurzem einfach nur genervt, hat inzwischen aber die die Grenzen jedweden Geschmacks – nicht nur die des Guten – weit überschritten, aber das lasst euch mal besser von Toni erzählen. Und die Rechte, die MM hier für sich durch die Abmahnungen schützen will – wenn wir mal unterstellen, dass ihnen wirklich darum geht – sind einen Scheißdreck wert, im vergleich zu dem was auf der anderen Seite für Schaden angerichtet wird. Hier geht es um die Grundrechte wie die Meinungsfreiheit. Um ein offenes Netz, in dem auch solche Seiten wie media-bloed und fettisch, und auch Kritik an Unternehmen möglich sein muss!

Und deshalb ist es gut, wenn jemand den Mut hat, die Sache bis zum Ende durchzustehen. Rainer Kohnen nimmt das Risiko auf sich, denn er will nicht ohne weiteres nachgeben. Dieser Mut verdient es unterstützt zu werden. Und sei es nur durch einen kleinen Beitrag in einem kleinen Blog.

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