Nebenkriegsschauplatz Google

In der Sache DOSB vs. Saftblog geht es ja gerade heiß her. Frank Herold vom Marketing-Blog hat sich offenbar aufgemacht, hier ein wenig deeskalierend auf das DOSB einzuwirken. In dem er denen erklärt, welcher PR-Gau das auf das DOSB zurollt.

Ich halte das für eine gutgemeinte Aktion, die insbesondere den Schaden für den Saftblog begrenzen könnte. Allesdings wird das Ergebnis davon sein, dass das DOSB bei den nächsten Abmahnung eben Opfer sucht, die nicht in der Blogosphere vernetzt sind. Eine ausführliche Diskussion dieses Aspekts läuft gerade drüben bei Robert Basic.

Aber das nur am Rande. Mir war eine Äußerung von Frank Herold gegenüber einem Herrn Ruf offenbar GF der Deutschen Sport Partner GmbH, die btw. selbst mit dieser äußerst informativen Seiten im Netz vertreten ist, aufgefallen:

„Während des Telefonats überprüfte er immerhin schon mal die Suchergebnisse bei Google (zum Keyword „DOSB“) und stellte fest, dass er nur Eintragungen zu Themen wie Doping etc. fände.
Ich erklärte ihm daraufhin, dass man auch Google und Co. ein wenig Zeit geben müsse.“

Das war am 15.12. gegen 14:30 Uhr. Inzwischen ist der Vormittag des 17., also „ein wenig Zeit“ vergangen, für die Maßstäbe des Netzes unendlich viel. Und eine Menge zu Neues zum Stichwort „DOSB“ ins Netz gekommen. Und was bringt Google? Über sechs Ergebnisseiten Eigenveröffentlichungen des DOSB, uralte Pressemeldungen zu Doping, Ehrenamt und Trainerwechseln. Alles sehr interessant. Und an Position 60 kommt dann der erste Treffer zur Saftblog-Abmahnung. Ein Eintrag vom 15.12. im Pepilog.

Soso.

4 Kommentare zu “Nebenkriegsschauplatz Google

  1. Nicht der Schaden für Saftblog ist zu begrenzen, Freunde, sondern der Schaden für den Sportlerverein DOSB. Denn der weiss, dass er auf der Basis eines verfassungswidrigen Gesetzes agiert.

    Hunderte deutsche Blogger, und gerade und zum Glück vor allem die wichtigsten und meist beachteten Vorreiter und Vordenker der Blogosphäre wie z.B. Robert Basic von Basic Thinking, Hanno Hartensteyn vom hartensteynreport, Felix von „wirres.net“, Michi Wilcke vom happywinnerblog, Martin Oetting von ConnectedMarketing, Klaus Eck vom PR-Blogger, Udo Vetter vom Lawblog, zahllose Blogger haben in den letzten nun fast schon drei Tagen dem „Saftblog“ im Kampf gegen die korrupten Apparatschiks des DOSB geholfen.

    Zahllose Blogger haben in den letzten zwei Tagen auf den DOSB und seine Anwälte Druck ausgeübt, was die Abmahnung in Sachen Saftblog anbelangt.

    Der bekannte Blogger Hanno Hartensteyn z.B. findet im hartensteynreport ziemlich harte Worte für die Aktion. Auch der Szeneblogger ist noch in der Nacht auf den 15. Dezember massiv in das Thema eingestiegen. Bei ConnectedMarketing fanden am Vormittag desselben Tages die ersten spannenden Diskussionen zwischen PR-Blogger Klaus Eck, dem happywinnerblog und anderen Kommentatoren statt, ebenso bei Elita Wiegand vom innovativ-in.de – Businessklub. In über 120 Kommentaren im Saftblog selbst bekundeten Blogger, Juristen und Journalisten ihre Solidarität mit Saftblog.

    Allein die Tatsache, dass sich in Deutschland ein Sportlerverein entblöden darf und es wagt, gegen einen der Grundpfeiler der Demokratie, nämlich gegen die im Grundgesetz nach Artikel 5 GG garantierte Pressefreiheit anzutreten, und sei es auch nur, wenn der Gegner eine kleine Internet – Fachzeitschrift für Fruchtsäfte ist, ist ein beispielloser Skandal, der in den nächsten Tagen dazu führen wird, dass dieser Verein namens DOSB von der Presse in die Mangel genommen wird.

    Hier haben herkömmliche Medien mit Bloggern vereint zu marschieren, da beide Contentlieferanten vor dem Grundgesetz als Journalisten anzusehen sind.

    Hanno Hartensteyn schreibt:

    Statt dass das verfassungswidrige Olympiaschutzgesetz (OlympiaSchG) durch die längst überfällige Vorlage beim Bundesverfassungsgerichtshof dorthin befördert wird, wo es hingehört, nämlich a la basura, sprich in den Mülleimer der deutschen Rechtsgeschichte, treten nun auf Druck des DOSB und der von ihm finanziell abhängigen PR- und Werbeagenturen in zahllosen Blogs lauter nette „Vermittler“ auf. Bravo. Diese wollen dem armen Saftbloggi „helfen“, damit nicht noch mehr Unglück passiert. Das ist Rückgrat – das ist Deutschland im Herbst.

    Zur Abschaffung eines verfassungswidrigen Gesetzes sind keine PR-Agenturen, Werbeberater des DOSB oder bloggende Vermittler aller Art notwendig, die dem armen Saftbloggi durch „hilfreiche“ Telefonate mit irgendwelchen subalternen Pressesprechern helfen („Wir haben soeben blitzartig mit einem Mitarbeiter eines Assistenten eines Pressesprechers telefoniert, knie, knie, schleim, schleim „…), sondern für die Abschaffung eines verfassungswidrigen Gesetzes ist der Bundesverfassungsgerichtshof (BVG) zuständig.

    Der DOSB verteidigt mit seiner Abmahnung eine Marke, die er gar nicht besitzt, ja die es nicht einmal gibt. Schon der Rechtsvorgänger, das ehemalige NOK, hat mehrere Versuche gemacht, die olympischen Ringe als Marke beim deutschen Patent- und Markenamt einzutragen. Alle Versuche scheiterten mit der Aussage des DPMA, die olympischen Ringe seien, da schon seit über hundert Jahren in allgemeinem weltweiten Gebrauch, nach deutschem Recht nicht als Marke einzutragen.

    Der DOSB beruft sich in seinr Verzweiflung auf das – verfassungswidrige – OlympSchG (Olympiaschutzgesetz).

    Bisher hat sich erst ein Gericht mit diesem Gesetz auseinandergesetzt, und zwar bekanntlich im Verfahren DOSB gegen Lucky Strike das Landgericht in Darmstadt. Und dessen Urteil vom 22.11.2005 war eindeutig:
    “Als einmalige und kompetenzüberschreitende gesetzgeberische Maßnahme verstößt das Olympiaschutzgesetz gegen höherrangiges Verfassungsrecht; daher kann seine Einhaltung nicht verlangt werden”.

    Es ist daher anzunehmen, dass auch der Bundesverfassungsgerichtshof sich dieser Rechtsansicht anschließt und das Gesetz aufhebt. Damit hat auch das Saftblog nichts zu befürchten.

  2. (Komme irgendwie mit der Trackbackfunktion hier nicht klar.)

    Langsam arbeitet sich das Thema bei Gugel vor. Aber in der Tat: dafür, dass es schon ein paar Tage läuft, ist die Resonanz noch ziemlich dünn.

    Irgendwie ist Sport und das Drumrum vielleicht doch ein Sanktuarium…

    (manuell getrackbackt: Überschätzte Macht)

  3. Könnte natürlich daran liegen, dass zwar viele die Klappe aufreissen, sich dann aber genau überlegen, welche Tags sie verwenden…

  4. @Frank: Sorry, Du warst im Spam gelandet, hab dich aber noch rausgefischt. Aber sag mal, tut das Not hier so eine Ton an den Tag zu legen. Wie wärs denn mit „…, dass zwar viele ihre Meinung schreiben…“ oder so.

    Was die Tags angeht, könnte das für manche zutreffen, für andere nicht. Ich setzte derzeit immer recht viele Tags, überlege aber es wieder ganz zu lassen, so wie auch meinen geschätzt 70 ersten Beiträgen. Ich bekomme einfach kein System rein, sondern mach das nach Lust und Laune. Und die ist meistens sehr gering, wenn ich gerade einen Beitrag fertig hab. ..ooO(Und jetzt auch noch Taggen? Och nö…)

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