Keine Fehler? Fall erledigt?

Ich halte es für einen grundfalschen Ansatz, Menschen danach zu beurteilen, das sie
einer bestimmten Gruppe angehören. In gewissem Maße gilt die auch für Parteien. Sehen wir mal von NPD und Konsorten ab, sind IMHO in jeder Partei Menschen zu finden, mit denen es lohnt zu sprechen, die gute Ideen und ehrenwerte Ziele haben. Auch in der CDU, obwohl ich nicht gerade konservativen Weltanschauungen anhänge. Wer hier mitliest, wird das mitbekommen haben.

Aber unser politisches System krank nach meiner Beobachtung vor allem daran, das die Beteiligten einen guten Vorschlag immer dann ablehnen, wenn er nicht aus der eigenen Partei kommt. Die Fundamentalkritik, die in den Debatten zum Kanzlerhaushalt, „traditionell“, wie es dann immer in der Tagesschau so schön heißt, gebübt wird, ist hierzu ein gutes Beispiel. Selbst wenn die Regierung alles richtig gemacht hätte, wenn das Land einen Aufschwung wie in den 50er Jahren erleben würde … die Opposition würde der Regierung Inkompetenz und Unfähigkeit Attesttieren.

So meine ich also, dass man die CDU, wohl die größte Partei in diesem Land, ernst nehmen sollte und nicht per se verteufeln. Ich selbst kenne inzwischen einige CDU-Mitglieder, mit denen man durchaus konstruktiv zusammenarbeiten kann, auf fachlicher wie auf menschlicher Ebene. Und die die Äußerungen des Herrn Nitzsche genauso zum ko**** finden.

Und schon deswegen, verlies ich heute das Haus mit einem Lächeln, den die letzte Meldung, die mein Küchenradio ausstrahlte, behandelte den Rauswurf des feinen Herren aus der CDU.

Inzwischen weiß ich, daß ich mich verhört habe. Er wurde nicht rausgeworfen, er ist gegangen. Und verlässt somit die Arena mit der Pose des Siegers. Und Herr Milbradt „sieht keine Fehler“ in die Sache. Und da der Kritisierte nun weg ist, ist für ihn der Fall erledigt.
Nein Herr Milbradt, es ist natürlich vollkommen in Ordnung, so Einen frei gewähren zu lassen, bis er von alleine geht.

Und NICHTS ist erledigt!

Ein Kommentar zu “Keine Fehler? Fall erledigt?

  1. Vor 30 Jahren, als es in Westdeutschland nur drei Parteien gab, die je einer Lebensanschauung entsprachen, Konservatismus, Sozialismus, Liberalismus, konnte man noch einen Menschen nach seiner Partei beurteilen. Aber selbst damals konnte man parteiübergreifend in bestimmten Situationen gut zusammenarbeiten.
    Aber heute sind die Parteien bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht, und man fragt sich, wozu sie überhaupt noch da sind. Innerhalb der Parteien ist immer weniger Einigkeit, und man erlebt immer öfter, dass ein von der Mehrheit einer Partei eingebrachter Antrag, der eigentlich im Sinne einer gegnerischen Partei ist, von dieser abgelehnt ist, nur weil er von der falschen Partei kommt.

Kommentar verfassen