Nicht die Killerspiele sind schuld, sondern …

Viel Wahres schreibt wildbits zur Handlungsfähigkeit des Staates. Dort, wo der Staat gebraucht wird, versagt er kläglich. Der Schutz seine Bürger wird auf dem Altar des Föderalismus geopfert, Stichworte sind Rauchverbot und Verbraucherschutzgesetz. Und dann wird noch gerichtlich entschieden, dass am Schutz vor Entführung und Folter durch ausländische Geheimdienste kein öffentliches Interesse besteht. Und an anderen Stellen herrscht populistischer Aktionismus.
Bei seinem Blick auf das Ganze, schießt wildbits dann aber deutlich über das Ziel hinaus:

„… Allein die Freigabe der Ladenöffnungszeiten dürfte deshalb mehr Amokläufer produzieren als alle Killerspiele zusammen, denn eine Mutter, die bis 22 Uhr oder noch länger hinter der Kasse stehen muss, kann sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern. …“

Dann sollten wir jetzt mal prüfen ob die Kinder von Kellnern und Köchen, Tankstellenwärtern und Zugbegleitern, Krankenschwestern und Ärzten, Wachleuten und Polizisten, …, Reihenweise Amok laufen.

Selbiges wäre bei sämtlichen Industriearbeitern im Schichtbetrieb zu erwarten. Und was ist eigentlich mit all denen, die gerade nicht nach Stechuhr arbeiten? Selbständige, Geschäftsführer, Politiker (auch die haben manchmal Kinder…) und all jene Kreative, Planer, Programmierer und Ingenieure, die gerade zum Ende von laufenden Projekten auch mal die Nacht durcharbeiten?

Wenn wir jetzt für den Einzelhandel so etwas per Gesetz verhindern, benachteiligt das dann nicht die o.g. Und wo sollen die eigentlich einkaufen gehen? Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass kein Gesetz der Welt dafür sorgen kann, dass all diese Leute pünktlich 17:00 Uhr zu Hause sind, bleibt nur ein Schluss möglich:

Arbeit und Familie sind nicht miteinander vereinbar. Frauen sollten besser zu Hause bleiben, damit die Kinder nicht durchdrehen. Eva Hermann hätte damit recht.

Ein Kommentar zu “Nicht die Killerspiele sind schuld, sondern …

  1. Mal ganz davon abgesehen, daß wir dann wohl einmal über das Fernsehen reden müssten. Was da so durch die Altersfreigabe durchschlüpft und sehr gewalttätig ist, müsste dann auch alles verboten werden. Wir sehen heute Filme, in denen Menschen Waffen an den Kopf gehalten werden. Das ist extrem gewalttätig, denn allein die Drohung mit dem Tod ist etwas, was viele Menschen in der Realtität sicher unter erheblichen Schock stellt und erhebliche psychologische Folgen haben dürfte. Dann mal zu den Realgeschichten, die zu jeder Tageszeit in den Nachrichten gebracht werden, bloß weil diese sich nur noch für schwere Unfälle und Morde interessieren. Ist das alles so harmlos? Bloß weil wir uns dran gewöhnt haben. Und Du Lars sagst etwas sehr richtiges: die Zeit die Eltern mit den Kindern verbringen ist letztlich der Schlüssel für gute Sozialität.

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