Berlin Hauptbahnhof – nur ein weiterer Glaspalast?

Nachdem ich jetzt einmal die Gelegenheit hatte, den neuen Berliner Hauptbahnhof in relativer Ruhe – etwa eine Stunde hatte ich bis zur Abfahrt – zu betrachten, frage ich mich ernsthaft, warum um dieses Gebäude zur Eröffnung ein solcher Hype veranstaltet wurde.

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Architektonisch nur ein weiterer Glaspalast, wie es viele gibt. Da hilft auch kein Kreuzgewölbe im Keller. Ich finde das aber auch nicht schlimm, das Gebäude ist eben funktional. Okay, die Umsteigewege zwischen den Nord-Süd und den West-Ost-Gleisen sind etwas lang und beim ersten mal auch unübersichtlich. Aber das wird schon. Und der große Höhenunterschied wird ja nunmal durch die Spree verursacht. Da kann man wenig machen.

Aber dem Bahnreisenden bringt der Hbf schon eine Menge. Nicht unbedingt dem mit Start und Ziel in Berlin, dafür gibt es ja auch vier weitere große Bahnhöfe in jede Richtung (Südkreuz, Ostbahnhof, Papestraße, Spandau). Wohl aber dem Durchreisenden in Nord-Süd-Richtung. Und für Umsteiger. Zu denen derzeit ich auch gehöre.

Der Hbf ja nur der weithin sichtbare und in der Öffentlichkeit wahrgenommen Punkt des Pilzkonzepts, mit Südkreuz, Papestraße und dem Nord-Süd-Tunnel. Das die Nord-Süd-Linien deutlich beschleunigt. Was war das für ein Krampf, wenn man im IC von Dresden nach Hamburg jedesmal eine stundenlanges Berlin-Sightseeing dazu bekam, jetzt ist man in 20 min durch (Südkreuz – Spandau). Und die Stadtbahn war derartig dicht belegt, dass die kleinste Störung ganz schnell zum Kollaps führte.

Also es erzähle mir niemand, den Hbf brauche keiner.

Und nebenbei kann man sich beim Umsteigen die Zeit noch mit einer kleinen Fotosession vertreiben.

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