Zensur von Emsdetten
21. November 2006 von Eldersign
Zum Amoklauf an einer Schule in NRW ist seit gestern viel berichtet, gesendet und geschrieben worden. Die Politik und die Massenmedien stürzen sich auf den üblichen Sündenbock Killerspiele, in Kleinbloggersdorf herrscht (oh Wunder) eine andere Meinung vor.
Was ich wirklich erschreckend finde, ist die einsetzende Zensur der Internetspuren des Täters. Mit welchem Recht sperrt die Polizei NRW seine Homepage? Würde man etwa auch, wenn – sagen wir mal, ein Schriftsteller austickt, alle seine Bücher beschlagnahmen und vernichten?
Aber das Internet ist offenbar (noch?) nicht zensierbar. Zumindest die wichtigsten Dokumente scheinen gesichert. Und sei es nur im Google-Cache. Nur wie lange?
Aber auch das Internet vergisst.






[...] Es ist immer wieder der gleiche Ablauf in der BRD: Da läuft ein junger Mensch ohne Hoffnung und Aussicht mordend herum, und schon malen Politik und Journalie reflexartig die bösen “Killerspiele” an die Wand. Dass die Stellungnahmen des Täters auch ganz andere, viel alarmierende Schlüsse zuließen, wird dabei ignoriert und entsprechende Dokumente werden von den Polizeibehörden in einem Akt der Zensur aus dem Internet entfernt, damit sich auch niemand eine eigene Meinung bilden kann. Im Moment gibt es neben einigen archivierenden Bloggern nur noch den Google-Cache, und der wird auch nicht sehr beständig sein — auch hier ist die schnell einsetzende Zensur in der BRD zu erwarten. [...]