Der Fischteich

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Eigentlich ist es ein Bach, der an einer Waldstraße ein wenig aufgestaut wird. Fische habe ich hier noch nie gesehen, aber inzwischen sieht der kleine Tümpel wieder sehr, sagen wir, natürlich aus. Auch wenn ich das nur sehr schlecht beurteilen kann.

Vor 20 Jahren sah es hier noch etwas anders aus. Denn der Bach entspringt in einem Gebiet, das wir damals nur die Russenkiesgrube nannten, am Rande eines größeren Waldgebietes, das damals als Standortübungsplatz der Группа советских войск в Германии war. Die dort wild lagernden Benzin- und Ölfässer sorgten meist für eine in allen Regenbogenfarben schimmernde Wasseroberfläche. Und die Tatsache, das der Bach auf seinem kurzen Weg am Fuße einer wilden Müllkippte entlangfloss, sorgte ebenfalls nicht gerade für ein ausgewogenes Ökosystem. Der Fischteich war im Prinzip Giftmüll. Fische sind hier drinnen jedenfalls keine geschwommen.

Wohl aber wir. Zuerst war es eine Mutprobe. Der Hund musste als erster durch. Dann alle anderen. Als wir es unerwartet alle überlebt hatten, wurden wir mutiger. Wir besorgten uns auf der bereits erwähnten Müllkippe alte Badewannen, ein paar Flaschen und Lumpen, um die offenen Stöpselöffnung abzudichten und begannen auf dem Fischteich zu paddeln. Natürlich hielten die provisorischen Pfropfen nur höchst unzureichend, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis das Boot vollgelaufen war und man selbst wieder im dem öligen Giftwasser saß.

Rückblickend geradezu haarsträubend dämlich. Heute, wo der kleine Tümpel von der Natur zurückerobert wurde, und das schlimmste was einem da begegnen könnte vielleicht eine Ringelnatter ist, heute würde ich da nie und nimmer drin baden.

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