Pether?

Sieben einhalb Stunden hatte er schon im Zug gesessen und kam nun in die Stadt, in der er am liebsten Leben würde. Leider nur zum Umsteigen. Der letzte Zug, Abfahrt kurz vor Mitternacht, und nach weiteren zwei endlosen Stunden würde er wieder an dem Ort sein, den er auch nach über einem sich Jahr weigerte, „zu Hause“ zu nennen.

Spät, viel zu spät, die Nacht würde kurz werden. Darum fiel etwa unmotiviert der Entschluss.

„Die Fahrkarten bitte!“ „Bitteschön, und bestellen Sie doch mir bitte ein Taxi in die …Straße!“

Hatte doch das letzte mal auch geklappt, warum denn selbst telefonieren, ein wenig Service darf schon sein.

„Ja, mache ich dann kurz vor der Ankunft.“

Ein weiterer Fahrgast mischt sich ein: „Ich habe mir auch ein Taxi bestellt, ist das dann noch da, wir haben ja 10 min Versp….“ Egal, denkt er und setzt die Kopfhörer wieder auf, dreht die Lautstärke hoch. Nur raus aus dieser Welt! Plötzlich steht die Zugbegleiterin wieder neben ihm. Verdammt, was denn nun noch? Kopfhörer runter. „Pether?“ „Wie bitte?“ „Sehen Sie, sowas kommt davon, Sie sollen im öffentlichen Raum diese Kopfhörer nicht benutzen!“

Der Rest des völlig sinnfreien Gesprächs verläuft eisig, keine Höflichkeitsfloskeln mehr, scharfe Stimme, bestimmtes Auftreten, aber nicht beleidigend, darauf ist die doch nur aus. Ein Taxi hat sie dann nicht bestellt, sondern ihn in das von dem Fahrgast bestellte gesetzt, das fuhr nach PETHAU, zufällig in die richtige Richtung.

Auf soviel Fürsorge hätte er liebend gerne verzichtet.

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