Spam ist wichtig

Ich habe ein Spam-Problem am Arbeitsplatz, so wie etwa 499 weitere Kollegen auch. Ein paar davon nutzen auch privat das Internet. Und wieder eine Handvoll davon wird sich mit Open-source-Alternativen zu dem üblichen M$-Unsinn auskennen. Die wissen dann auch, wie einfach es sein kann, etwa mit Thunderbird, das Spam-Problem zu lösen. Auf die Nachfrage, ob mir die EDV eventuell mal den Firefox installieren könnte (ich selbst habe keine Admin-Rechte, das zumindest bekommen sie hin), bekam ich die Antwort: „Es gibt ‚im Haus‘ eine Grundsatzentscheidung für Microsoft-Produkte.“ Okay dann eben weiter fleißig Pop-ups wegklicken, ich kriegs ja bezahlt.

Aber zurück zum Spam-Problem. Offenbar hatte nicht nur ich, sondern auch ein paar andere Kollegen die EDV in schöner Regelmäßigkeit mit dem Problem genervt. Das Ergebnis ist erstaunlich, denn es wurde nicht etwa ein Spam-Filter geschaltet oder wenigstens dem einzelnen Nutzer die Möglichkeit gegeben, sich selbst Black-Lists anzulegen.

Nein! Schließlich sind wir eine Behörde. Deshalb findet sich nun im Intranet ein längerer Artikel (den ich leider weder veröffentlichen noch verlinken kann), in dem der Chef der EDV detailliert aufklärt, warum genau solche Maßnahmen nicht ergriffen werden. Tenor: es könnte ja eine „echte“ Mail gefiltert werden.

Nun gut, das klingt ja alles noch halbwegs nachvollziehbar und wahrscheinlich sind der EDV aufgrund unflexibler Gesetzeslage einfach nur die Hände gebunden. Damit es aber alle verstehen und einsehen, muss natürlich noch ein möglichst greifbares Beispiel her:

„… so könnte beispielsweise ein Arbeitgeber aus der Erotikbranche beim Arbeitsamt eine Suchanfrage nach MitarbeiterInnen stellen. Diese würde mit hoher Wahrscheinlichkeit gefiltert. Eine solche Anfrage mag zwar moralisch fraglich sein, muss von uns aber wie Anfragen aus jeder anderen Branche behandelt werden. …“

(Zitat sinngemäß)

Okay, ich seh´s ein. Ist ja auch klar, das sämtlich Puffbesitzer sich ihre „Arbeitskräfte“ beim Arbeitsamt suchen. Dafür verbringe ich gerne täglich 5 min täglich um die Spam-Mail zu löschen. genau wie die 499 Kollegen, das sollten uns die weit über 10.000 Mannstunden pro Jahr schon Wert sein.

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