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Der Weihnachtsstress hat die Republik im Griff. Nach all den Weihnachtsfeiern und -märkten, nach Wichtelorgien und Lebkuchenschlemmerei stellt manch einer kurz vor der Bescherung fest, noch nicht alle Geschenke zu haben. Ein diesbezüglicher Einkaufsbummel am Vormittag des 24.12. hat selten diesen Namen verdient, denn:

Geschenkekauf an Heiligabend: Eilig habend.

(inspiriert von appareil de tiptip)

In diesem Sinne wünsche ich meinen Bloglesern, Followern, Facebook- und anderen Freunden ein frohes und stressfreies Weihnachtsfest!

 

Volksabstimmung am 27. November 2011
Berufung zum Beisitzer

Sehr geehrter Herr Hilscher,

am Sonntag, 27. November 2011, findet in Baden-Württemberg die Volksabstimmung über das “Gesetz über […] Stuttgart 21 (S 21-Kündigungsgesetz)” statt. Nach § 4 Abs. 4 des Gesetzes über Volksabstimmungen und Volksbegehren (VAbstG) i.V.m. § 13 des Landeswahlgesetzes (LWG) und § 6 der Landeswahlordnung (LWO) berufe ich Sie zum

Beisitzer für den Stimmbezirk
012-02 Universität, Technisches Rathaus, Brunnenstraße 3,

[...]

Mit freundlichen Grüßen

 

Boris Palmer
Oberbürgermeister

Seit ich mal für ein paar Jahre bei einer Behörde gearbeitet habe, bin bei jeder Wahl irgendwie als Wahlhelfer tätig gewesen. Mal als Beisitzer, mal als Wahlvorstand, mal bei der Briefwahlauszählung. Immer gerne, denn ich halte diese Wahlen durchaus für wichtig.

Diesmal musste ich aber ablehnen. Es fand sich zwar sogar eine passende Begründung im entsprechenden Paragraphen der Landeswahlordnung, tatsächlich habe ich aber ein grundsätzliches Problem mit dieser Volksabstimmung.

Dabei geht es mit gar nicht um die Frage, ob und wie irgendein Bahnhof umgebaut werden soll. Mir persönlich ist das ziemlich egal. Es gibt genug Menschen, die sich intensiv damit befasst haben, warum soll ich auch noch mit dieser Frage meine Zeit vergeuden.

Ich halte diese Volksabstimmung für überflüssig. Über das Thema wurde bereits abgestimmt, und zwar bei der Landtagswahl. Im Wahlkampf gab es ja kaum ein anderes Thema. Im Ergebnis sind zwar nun die schärfsten Befürworter – die Grünen – stärkste Kraft im Landtag, eine Mehrheit gegen “Stuttgart 21″ bekommen sie dort trotzdem nicht zusammen.

Nun würde ich von demokratischen Parteien erwarten, dies letztlich auch zu akzeptieren. So ist das in der Demokratie, da wird kommen auch mal Mehrheiten für die, nun sagen wir: zweitbeste Alternative zustande.

Statt dessen wurde die Sache nun soweit getrieben, dass mit Riesenaufwand diese Volksabstimmung durchgezogen wird, um Mehrheitsentscheidung des demokratisch gewählten Parlaments irgendwie noch umgehen zu können. Das Ganze wird dann auch noch als “Sternstunde der Demokratie” verkauft. In meinen Augen ist es das genaue Gegenteil.

Nun, voraussichtlich werden all diese Verrenkungen nichts nützen, da es so aussieht das wohl keine Mehrheit gegen S21 zustande kommt oder zumindest das Quorum von nicht erreicht wird. Alles wie gehabt. Spannend wird dann nur, ob die S21-Gegner diese dann Basisdemokratische Entscheidung denn akzeptieren werden. Oder ob es weiter endlose, lähmende Diskussionen, zum Ritual verkommene Demonstrationen, Blockaden und sogar Sabotagen auf den S21-Baustellen kommen wird. Ich habe da wenig Hoffnung.

Die Frage ist: was soll ich tun am Sonntag?

Hingehen und mit “Ja” stimmen, also gegen S21? Habe ich doch schonmal, eben bei der Landtagswahl. Da hatte es nich ganz gereicht. Jetzt nochmal “nachzutreten” kommt mir irgendwie falsch, ja, undemokratisch vor. Außerdem bin ich mir in der Sache – also bei der Frage, ob S21 nun sinnvoll ist oder nicht – ganz und gar nicht unsicher. Klar, die ganzen selbsternannten Verkehrsexperten der Grünen können aus dem Stand Drölfzig Argumente dagegen runterbeten. Aber ich weiß auch, wie “fundiert” die selben Leute, allesamt fachliche Laien in Sachen Verkehr, an anderer Stelle agieren. Nicht.

Hingehen und mit “Nein” stimmen, also für das S21? Sicher auch nicht, denn so wie ich nicht überzeugt bin, das Projekt sei Unsinn, genauso wenig sehe ich die unbedingte Notwendigkeit, es umzusetzen.

Also zu Hause bleiben? Ist aber letztlich das selbe wie mit “Nein” zu stimmen.

Keine Ahnung.

Letztlich ist das alles aber egal. Ob S21 nun gebaut wird oder nicht, ist völlig nebensächlich. Wichtig wäre, das Thema endlich vom Tisch zu bekommen, um die Lähmung des Landes zu beenden. Aber wie gesagt: da habe ich wenig Hoffnung.

Ebenso, dass die Politik tut, wozu sie da ist: entscheiden.

Siebenundneunzig

Das Elterngeld schafft nach der Geburt eines Kindes den notwendigen Schonraum für einen guten Start in das gemeinsame Leben mit dem neuen Familienmitglied. Das Elterngeld macht es für Mütter und Väter einfacher, vorübergehend ganz oder auch nur teilweise auf eine Erwerbstätigkeit zu verzichten und so mehr Zeit für die Betreuung ihres Kindes zu haben.

Soweit das Bundesfamilienministerium. Doch vor diese Segnungen des Sozialstaats haben die Götter der Bürokratie den Antrag gesetzt. Unserer ging dann heute in die Post: 97 Seiten DIN A4.

Ich nehme dann Wetten entgegen, wann das erste Mal eine Zahlung eingeht.

(Alle weiteren Illusionen bezüglich des Elterngelds wird man hier los.)

Nur die Harten komm´ in Garten

Es war eher ein Dschungel denn ein Garten, was da rund um unser kleines Häuschen wuchs, als wir März dort einzogen. Außerdem hatte sich offenbar ein Gärtner mit besonderer Vorliebe für Artenvielfalt hier. Zwischen den beiden haushohen Lebensbäumen und der in diese schon hineinwachsende Eibe kämpfte sich noch eine etwas mickrige Fichte nach oben. Dazwischen ein Teppich krautiger Pflanzen, von denen niemand mehr Bestimmtheit sagen konnte, ob die dort gepflanzt wurden oder ob es wilde Unkräuter waren. Das ganze gesäumt von einer etwas unförmigen, dafür um so bösartigeren Dornenhecke. Und dann war da noch der durchgedrehte Korkenzieherhasel, der dönerförmige Nadelbaum und natürlich der nach der Weltherrschaft strebenden Bambus. Den Rasen als solchen zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung für jeden Gärtner gewesen, Moosteppich traf es schon eher.

Trotz dieser eher suboptimalen Ausgangslage war unsere Motivation Anfangs stark, dann aber stark nachlassend. Nach dem Einkauf der wichtigsten Werkzeuge und einer ersten Durchforstung waren erstmal andere Sachen wichtiger. Sich gegenseitig Ringe anzustecken zum Beispiel oder die Ankunft von Kleineldi. Über den erbarmungswürdigen Zustand des Gartens hinweg halfen einerseits ein paar gut gekühlte Hefeweizen wären der sommerlichen Grillabende, andererseits die wenigen von der Herzdame gepflanzten und bunt blühenden Blumen. Leider fielen die wenig später der Schneckeninvasion zum Opfer, der viel zu späte Einsatz von reichlich Schneckenkorn stellte schon keine Verteidigung mehr dar, sondern einen Vergeltungsangriff.

Der spätsommerliche Hagel, der die Gärten der Nachbarn aufs übelste verwüstete konnte in unserer grünen Hölle als dringend notwendige Pflegemaßnahme gewertet werden.

Hagel ist überhaupt eine schöne Metapher für unser erstes Gartenjahr: insgesamt ziemlich verhagelt. Das soll sich so Im nächsten Jahr nicht wiederholen. Darum hatte mich heute ob des dräuenden Grünschnittabfuhrtermins die Arbeitswut gepackt. Wichtigste Werkzeuge abermals: Astschere und Säge. Diesmal richtig! Völlig unerwartet ist es mir tatsächlich gelungen, das Astgewirr so zu lichten, dass jeder Baum und Strauch wieder einzeln für sich steht. Von so manchen Gewächs blieb da zwar fast nichts mehr übrig, aber Opfer müssen gebracht werden. Jetzt ist zumindest, – nun ja in anderen Branchen würde man sagen: Baufreiheit geschaffen, dass im Frühjahr die überwucherten Beete überhaupt mal bearbeitet werden können.

Weiteres unmittelbares Ergebnis der Aktion: Rücken.

große erwartungen

Große Erwartungen

Das Letz nas wieder und sein Chronist war nach einmaliger Abwesenheit (vielleicht) wieder dabei im Zimmertheater zu Tübingen. Große Erwartungen waren geweckt, zunächst gab es aber grüne Becher. Auch schön.

lesezeitkonkurenten

Lesezeitkonkurenten

Die Diablogger Wolfgang und Uli, inzwischen altgediente Gastgeber, Veranstalter und feste Größe auf der verschnupften Tübinger Lesebühne, hatten sich diesmal ob der Aufteilung der knapp bemessenen Lesezeit nicht so recht einigen können und bel(u/ä)stigten das Publikum mit unterschwälligen Vorwürfen, der eine läse einen viel zu langen Text, während der andere beim Lesen nicht zu Pötte käme.

Dabei “las” Wolfgang einen Text, der noch nicht mal geschrieben war. Über die harten Zeiten, Anfang der 1990er, in Tübingen als Student eine Unterkunft zu bekommen. Über die ausgeklügelten Algorithmen des Studentenwerks, den knappen Wohnraum gerecht und diskriminierungsfrei zuzuteilen: Durch Würfeln! Und dann hat er auch noch den Papst (nicht) gesehen. Herzerweichend.

Ähnlich auf die Tränendrüse drückt Kriminalitätsopfer Uli. Trotz vermeintlich ländlich-schwäbischer Idylle werden da Birnbäume entwendet, offene Schuppen heimtückig abgeschlossen und zuletzt schlägt gar noch die berüchtigte Verschissene-Windel-Bande zu. Zu allem Unglück heißt der ermittelnde Polizist qua Dienstrang wie Imbisskost. Dabei hat dann auch ein “Busle” seinen obligatorischen Auftritt bei DLN6 – also: große Erwartungen: erfüllt.

Wolfgang und Uli schreiben ins Internetz: Dialog / Nichtsblog / WIDL

überdosis phantasie

Überdosis Phantasie

Markus Seefried lebt ebenfalls idyllisch,allerdings nicht am Rand der Schwäbischen Alb sondern am Bodensee. Dort hat er weniger Probleme mit Kriminellen als mit seiner Phantasie. Die ist nämlich zu viel, die Phantasie, in Überdosis, wie er selbst zu gibt. So kommt es, das ein unbedeutender Smalltalk übers Fliegen die Ausarbeitung derart detaillierte Pläne über die Einführung des Personenluftverkehrs zur Folge hat, dass sogar die Auswirkungen auf die alteingesessene Automobilindustrie abgeschätzt werden. Außerdem hat er Angst, am Haken eines Änderungsatelies für “Damen und Herren” zu enden, wo dann seine Überschüssige Phantasie kurzerhand gekürzt würde.

Wäre halb so wild, dann bliebe ihm immer noch seine beneidenswerte Auffassungsgabe, die unscheinbaren kleinen Geschichten im Alltag zu entdecken, die man gerne übersieht. Wie etwas das deutsch sprechende Kopftuchmädchen.

Diese Talent sieht man auch an seinen Bildern, die immer mal wieder den Texten seines Blogs argwohnheim auftauchen.

pause

Pause

Siluetten im grellen Gegenlicht des Bühnenlichts, lachend, fachsimpelnd, netzwerkend, trinkend, rauchend. Darunter der Neckar, die Stocherkähne fest vertäut. Darüber die Sterne einer warmen Spätsommernacht. Die Glocke, weiter im Text.

lieber kreativ als kriminell

Lieber kreativ als kriminell

Tübingen, warum bist du so hügelig? / Tübingen, warum bist du nicht flach? / Tübingen, nach deiner Flachheit sehn´ ich mich / Tübingen, das hast du nicht bedacht.

Wer solche Texte schreibt, hat einen Platz auf der Lesebühne schon mal grundsätzlich verdient. Dazu noch eine trashige Melodei, ein Video auf Youtube mit sechsstelligen Klickzahlen – dann reicht es auch noch für diverse Massenmedien (außer fürs Schwäbische Tagblatt) und einen CD-Release.

Frauke & Martha haben all das hinter sich oder besser gesagt, sind noch mitten drin im Hype um ihren Tübingen-Song. Auf der Bühne, auf die sie sich zunächst gar nicht rauf trauen berichten sie mit beneidenswerter (Selbst-)Ironie von ungeduldigen Presseanfragen, von suggestiv fragenden Qualitätsjournalisten und von so sympathischen Youtube-Kommentatoren wie “Frankderdichbangt” oder “Bullenglied1992″.

Zwischendurch wird live knallroter Lippenstift aufgetragen, um stilecht das Gefühl eines Youtube-Superstars zu demonstrieren: Minutenlanges Dauergrinsen. Hat was.

Auch erwähnenswert: Marthas Glitzer-Glamour-Krawatte. Als hätte sie sich mit mir ob meiner recht ungewöhnlichen Fotoausrüstung an diesem Abend abgesprochen. Danke Martha, passte gut.

scheues bloggertier

Scheues Bloggertier

Manche engagieren sauteure PR-Agenturen, um so was wie die Lesestunde loszutreten. Roman Held passiert so etwas versehentlich. Abgesehen davon sorgt es sich auch um andere, weniger appetitliche virale Phänomene, vergleicht höchst unterhaltsam die Zerstörungskraft von Hamstern und Pferden und seziert in bester Hein-Sielmann-Tradition das weithin unerforschte Habitat des Großstadtlebens: Von Hopfentaucher und Krawattenottern ist die Rede, von Businesslöwinen und balzenden Hipstermännchen – und am Schluss sogar von einer besondre seltenen Spezies: dem scheuenen Bloggertier.

Verschwiegen hat er dabei, wie nervös so ein Bloggertier doch werden kann, wenn es einer ungewohnten Umgebung ausgesetzt ist, zum Beispiel einer Theaterbühne. Doch das war dann noch zu beobachten, denn beim Abgang übernahm Roman gleich noch meine traditionelle Bierflaschenpermormance. Mehrfach. Respekt.

Roman bloggt Alternativen und twittert als @hoch21 – gerade auf diesem Kanal sehr empfehlenswert.

glamour

… erfüllt

Das wohl glamouröseste “Das Letz niest”. Sternenfunkel auf der Zimmertheater-Lesebühne, ein Hauch von Hollywood. Damit meine ich nicht nur Frauke & Martha, die jedem roten Täppich gut stehen würden und sogar in die Mikrofone der Societyreporter wunderbar selbstironische Statements abgeben würden. Nein auch bei den Geschichten von Markus Seefried und Roman Held lassen Filme im Kopf entstehen. Woody-Allen-Filme mit Bill Murray als Hauptdarsteller. Die Regisseure des Abends wissen auch zu unterhalten, trotz inzwischen 6. Fortsetzung ihres Welterfolgs “Das Letz niest”. Sowas gabs sonst nur bei Star Treck oder Star Wars.

Apropos Stars:

youtube superstars

 

 

Fußballkneipe

Fußball interessiert mich ja so überhaupt nicht. AußerzurWMundEMnatürlich™.

Oder das Randgruppenmitglied Frédéric Valin schreibt darüber. Und das tut er endlich wieder, drüben in seiner virtuellen Fußballkneipe “Zum blonden Engel”. Da werd´wohl mal Stammgast und freue mich, wenn ab und zu jemand auf ein Bierchen zu gepflegter Valin´scher Fußballfachsimpelei vorbeischauen würde.

Einsiedel retten!

Einsiedel2.jpg

Da hier in meinem digitalen Heimathafen schon immer die verschiedensten Schiffe anlegen (will sagen: hier ist gehts ja thematisch eher gemischt zu), hab ich mal ein kleines und gänzlich monothematisches Tumblr-Blog aufgesetzt mit einem ganz speziellen Thema: Einsiedel retten!

Die Daimler AG plant, auf den Flächen des Hofguts Einsiedel eine sogenanntes Prüf- und Technologiezentrum, ohne geschwurbeltes Marketingsprech: eine Teststrecke, zu bauen. Dass ich hier in ummittelbarer Nachbarschaft wohne, ist nur ein Grund, warum ich da ganz massiv was dagegen habe und nun ein wenig gegen anschreibe und versuche, Informationen und Berichte zu diesem Thema zu bündeln und zu kommentieren.

Also schaut drüben mal rein, bei

Einsiedel retten!

Links, Tweets und ähniches Aufmerksamkeitserzeugungsgedöns wird natürlich gerne gesehen.

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